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Moderne bAV: Zielrentenmodelle – Kollektiv, aber ohne Garantie

In Zeiten von Niedrigzins und demografischem Wandel sind Garantiemodelle mit Leistungszusagen in der bAV – wie sie bisher in Deutschland das Maß aller Dinge waren – nicht mehr praxistauglich. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz beschreitet die Bundesregierung einen neuen Weg, der von bisherigen Defined-Benefit-Modellen mit Leistungsgarantien abrückt.

05 Dez 2017

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Das Ziel ist die stärkere Verbreitung der bAV insbesondere bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Das neue Gesetz macht ab Januar 2018 nun die reine Beitragszusage ohne Garantien im Rahmen des Sozialpartnermodells möglich. Diese nimmt jegliche Haftung von Arbeitgebern, die lediglich die vereinbarten Beiträge an die Versorgungseinrichtungen abführen müssen. Andererseits bedeutet das auch für den Arbeitnehmer die Chance auf eine höhere Rendite der eingezahlten Beiträge aufgrund der flexibleren Anlagemöglichkeiten.

Allerdings wird auch das damit verbundene Risiko des Investments auf den einzelnen Leistungsberechtigten und Leistungsempfänger abgewälzt.  Es gilt Lösungen zu finden mit fairer Risikoverteilung zwischen Arbeitgebern und Leistungsberechtigten und einem auskömmlichen Leistungsniveau mit einem erhöhten Maß an Flexibilität. Gegeben ist dies bei Defined-Ambition (DA)-Modellen, wie sie im europäischen Ausland zum Teil längst gibt. Schwerpunkt dabei ist eine nachhaltig angestrebte Betriebsrentenhöhe, eine Zielrente auf Basis des eingezahlten Kapitals. Berechnungen zeigen, dass im Vergleich zu herkömmlichen Modellen Leistungserhöhungen um mehr als 50 Prozent möglich wären. Eine Alternative stellen auch Defined-Contribution-Modelle auf kollektiver Basis dar, sogenannte CDC – Collective-Defined-Contribution-Modelle. Hierbei wird das Leistungsniveau des einzelnen Berechtigten nicht nur durch das Vorsorgekapital definiert, das für ihn aus den ihm zuzurechnenden Beiträgen gebildet wurde. Vielmehr steht ein kollektiver Kapitalstock zur Verfügung, der für eine große Zahl von Leistungsberechtigten in unterschiedlichen Phasen des Berufslebenslebens  gebildet wird. 

CDC-Modelle ermöglichen eine andere, langfristig renditeträchtige Asset Allokation, die sehr große Zahl der Leistungsberechtigten führt zu Skaleneffekten in der Administration und es ist möglich, in Asset-Klassen mit längeren Anlagehorizonten zu investieren, da generationsübergreifende Zielrenditen im Fokus der Anlageentscheidung stehen.

Einen Mittelweg bilden Defined-Ambition-Modelle, die auf Basis großer Versichertenkollektive umgesetzt werden, da man somit sanfter justieren kann. Denn angestrebte Leistungen müssen naturgemäß weniger drastisch an kurzfristige Änderungen des Umfeldes angepasst werden als verbindliche Verpflichtungen und sind durch den kollektiven Charakter abgefedert. Praktische Erfahrungen und weitergehende Diskussionen liefern zum Beispiel die Niederlande und Großbritannien, die somit wertvolle Impulsgeber darstellen.

Hans-Peter Bauder

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Hans-Peter Bauder

Head of Business Development Pensions
+49 (0) 69 5050 679 23